Hat Ihnen auch ein Vögelchen gezwitschert, dass Twitter Ihnen Erfolg bringen kann?

Hat Ihnen auch ein Vögelchen gezwitschert, dass Twitter Ihnen Erfolg bringen kann?

Um geschäftlichen Erfolg zu haben, setzen heute viele Unternehmen auf soziale Medien. Einer der ganz großen Player auf diesem Spielfeld ist selbstverständlich Twitter. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Geschäft mit Tweets und Re-Tweets nach vorn bringen können.

Inhalt:

  • Was ist Twitter?
  • Was Twitter für Ihr Unternehmen tun kann
  • Forschung, Entwicklung … Twitter
  • „Butter bei die Fische“ – was ist zu tun, damit ich auf Twitter Erfolg habe?
  • Gibt es auch Risiken?
  • Sonst noch etwas?

Wenn Sie den Satz „Wir sollten mal was bei Twitter machen“ hören, sollten Sie sofort aufmerksam werden. Denn er ist der erste und wichtige Hinweis darauf, wie es ganz sicher nicht geht. Natürlich, einen Twitter-Account zu eröffnen, ist eine Kleinigkeit. Wer aber glaubt, dass dann die Follower von ganz allein kommen, irrt sich. Deswegen schauen wir uns diese Sache mit Twitter einmal ein wenig genauer an.

Was ist Twitter?

Twitter wird als Mikroblogging-Plattform bezeichnet. Auf dieser Plattform können Posts bzw. Tweets von bis zu 280 Zeichen veröffentlicht werden (früher waren es einmal 140 Zeichen). Man kann auf Twitter nicht nur Texte veröffentlichen, sondern auch Links, Fotos und Videos hochladen bzw. einfügen. So weit, so selbstverständlich.

Ein besonderes Merkmal von Twitter sind sogenannte Hashtags, die durch das Zeichen # gekennzeichnet werden. Damit lassen sich bestimmte Schlagwörter verwenden, die ein Thema mit einem Begriff zusammenfassen. Es gibt auf Twitter auch Hashtag-Trends, also Begriffe, die besonders häufig verwendet werden.

Wichtig auf Twitter sind die Follower. Sie sehen die Nachrichten derer, denen sie folgen, und umgekehrt. Sie können aber auch Tweets sehen, die mit einem Re-Tweet markiert sind. Das sind Tweets, die Ihre Follower gesendet haben, die aber ursprünglich keine Tweets Ihrer Follower sind.

Möglich ist auf Twitter auch das Versenden persönlicher Nachrichten, allerdings kann man diese Funktion auch deaktivieren. Die Möglichkeit der Selektion finden Sie in den Listen. Diese können Sie anlegen und so verwenden, dass nur bestimmte Nutzer Ihre Tweets sehen können.

Das soll es an Grundlagen gewesen sein, und sicher wussten Sie davon einiges auch schon. Für „Frischlinge“ könnte diese kurze Übersicht aber hilfreich sein.

Was Twitter für Ihr Unternehmen tun kann

Wahrscheinlich mehr, als sie glauben. Denn Twitter gehört für Marketing- und PR-Aktivitäten heute fast schon zum guten Ton. Der Dienst erzeugt hochwertige Links, lässt sich mühelos mit mobilen Geräten nutzen und dient bei der Verbreitung von Markennamen als Multiplikator. Natürlich lässt sich der (verlinkte) Twitter-Button auch im Handumdrehen auf Ihrer Website platzieren.

Allerdings sollten Sie sich (wenn Sie das nicht schon getan haben) von dem Gedanken an das reine Versenden von Tweets verabschieden. Twitter funktioniert gewissermaßen auf Gegenseitigkeit, Sie müssen Ihr Augenmerk also auch auf andere richten. Die ausschließliche Fokussierung auf Ihr Produkt ist kontraproduktiv. Was Sie brauchen, ist also eine Social-Media-Strategie, die sich möglichst durch Ihre gesamte Unternehmensstrategie zieht. Die Herausforderung beginnt bereits bei der Einschränkung der 280 Zeichen, die Sie auf Twitter verwenden können. Betrachten Sie diese Tatsache aber eher als Chance und Hilfe, um nicht zu ausschweifend zu werden. Twitter erwartet kurze und prägnante Botschaften, und wenn wir ehrlich sind, kommen wir zum Schluss, dass das auch Ihre (potenziellen) Kunden tun.

Erfolgreich mit Twitter zu arbeiten, das bedeutet auch Marktforschung, Recherche und Monitoring. Das machen sich aber viele Unternehmen nicht bewusst, sie „zwitschern drauf los“ und hoffen, so mehr Reichweite zu erzielen und mehr Interessenten zu erreichen. Doch diese One-to-Many-Kommunikation beleidigt beinahe schon die Möglichkeiten von Twitter. Deshalb gehören zu einer guten Strategie unter anderem folgende Fragen:

  • Wie reden andere über das eigene Unternehmen?
  • Was macht die Konkurrenz (und warum ist sie erfolgreich)?
  • Was benötigen die Zielgruppen?
  • Welche Neuigkeiten gibt es, welche Themen und Hashtags sind gerade im Trend?

An dieser Stelle eine kleine Zwischenbemerkung: Sollten Sie jetzt frohlocken, dass Sie das locker hinkriegen, müssen wir leider die Spaßbremse mimen. Denn erfolgreich auf Twitter zu sein, das bedeutet jede Menge Arbeit. Sie werden das im weiteren Artikelverlauf erfahren.

Vielleicht haben Sie zufällig schon einmal einen Tweet entdeckt, der ziemlich misslungen war, oder der sogar zu einem Shitstorm geführt hat. Und womöglich ist Ihnen auch hier und dort folgender Kommentar dazu aufgefallen: „Da war wohl ein Praktikant am Werk.“

Nun, das ist nicht fair, denn es gibt haufenweise Praktikanten, die mehr draufhaben als ihre Vorgesetzten. Aber im Kern stimmt die Aussage eben trotzdem: Wer erfolgreich twittern will, sollte das nicht in ungeübte Hände legen. Und er sollte auch den zeitlichen und logistischen Aufwand nicht unterschätzen, der mit der Arbeit mit sozialen Medien einhergeht.

Sagen wir mal so: Entweder Sie machen es richtig. Oder Sie können es gleich ganz bleiben lassen. Im Zweifel holen Sie sich Hilfe, es wird sich früher oder später auszahlen, wenn die Betreuung von einem Profi übernommen wird.

Forschung, Entwicklung … Twitter

Forschung und Twitter? Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Gute Frage, die wir hier beantworten wollen. Fangen wir mit einer kleinen Liste an, die Sie interessieren sollte:

  • Sammeln Sie Links und Artikel zu bestimmten Themen und ordnen Sie diese umfassend.
  • Achten Sie darauf, wie sich auf Twitter die Kundenbedürfnisse entwickeln. Und: reagieren Sie darauf.
  • Verfolgen Sie Neuentwicklungen und die Meinungen dazu. Das ist immer nützlich, aber besonders wertvoll, wenn Sie gerade dabei sind, ein neues Produkt zu entwickeln.
  • Empfehlen Sie auch andere Produkte. Das mag im Herzen schmerzen, wollen Sie doch Ihre eigenen Produkte verkaufen. Aber Twitter ist, wie gesagt, eine Sache der Gegenseitigkeit. Im Übrigen: Wenn Sie die Größe zeigen, auch die Mitstreiter anzuerkennen und lobend zu erwähnen, erhöht das nicht nur Ihre Glaubwürdigkeit, sondern auch die Sympathien, die Ihnen entgegengebracht werden.

So weit, so gut. Kommen wir jetzt zur Kommunikation:

  • Werden Sie Geschichtenerzähler: Und zwar mit 280 Zeichen! Das klingt nicht nur gar nicht so einfach, das ist es auch nicht. Selbst für Kommunikationsprofis ist es alles andere als trivial, mit so wenigen Zeichen eine Story zu kreieren. Holen Sie sich gegebenenfalls externe Hilfe, denn nichts schadet mehr als eine langweilige Geschichte.
  • Vernetzen und Dialoge fördern: Wie schon erwähnt, reicht es nicht, seine eigenen Produkte zu „zwitschern“. Zu Twitter gehört Kommunikation auf Gegenseitigkeit. Es gilt also, sich Follower zu suchen, indem Sie selbst Profilen folgen, die sich dann im besten Fall für Sie interessieren und Ihnen ebenfalls folgen. Überlegen Sie sich aber trotzdem, wem Sie folgen. Es ist kontraproduktiv und schadet Ihrem Image, wenn Sie zunächst Leuten oder Firmen folgen, um sie dann wieder zu ent-folgen.
  • Zeigen Sie, dass Sie Experte sind: Turnen Sie nicht auf zu vielen Baustellen herum. Zeigen Sie stattdessen, was Sie draufhaben, konzentrieren Sie sich auf Themen, in denen Sie zu Hause sind. Nutzen Sie außerdem nicht nur eigene Links, wenn Sie etwas twittern, sondern auch fremde, sofern sie zum Thema passen und hochwertig sind. Es wird zu Ihrem Vorteil gereichen, denn Twitterer merken schnell, wenn sie eigentlich nur mit Werbung bombardiert werden.
  • Mehrwert durch Kundendienst: Die Deutsche Bahn, die Telekom und viele andere Unternehmen machen es schon: Anfragen beantworten, kurze Auskünfte geben, individuelle Fragen zur Verfügung stehen. Diese Unternehmen haben aber auch große Social-Media-Abteilungen. Das ist bei kleineren Unternehmen oft schwierig. Wenn Sie glauben, dass Sie das trotzdem stemmen können, dann muss Ihnen bewusst sein, dass Ihre Reaktionen schnell erfolgen müssen. Liegt etwa eine Nacht zwischen Frage und Antwort, ist das suboptimal.

„Butter bei die Fische“ – was ist zu tun, damit ich auf Twitter Erfolg habe?

Wenn Sie sich bis hierher „durchgekämpft“ haben, sollen Ihnen jetzt auch konkrete Empfehlungen gegeben werden:

  1. Informieren Sie sich (oder lassen Sie sich informieren) über die Möglichkeiten, die Sie auf Twitter haben. Dazu gehören auch die wichtigsten Funktionen als Basiswissen.
  2. Entwickeln Sie eine Twitter-Strategie, zu der im Wesentlichen eine Kommunikationsstrategie gehört.
  3. Erarbeiten Sie ein sogenanntes Kanalversprechen. Welchen Stil bevorzugen Sie (eher humoristisch oder nüchtern und fachlich)? Welchen Zweck und Sinn hat Ihr Kanal? Welchen Nutzen können Sie Ihren Followern bieten? Welche Formen der Kommunikation wollen Sie anwenden, welchen Stil soll Ihr Auftritt haben?
  4. Nehmen Sie sich Zeit, um Ihren Twitter-Account anzulegen. Er sollte bereits eine gewisse Aussagekraft haben und neugierig machen.
  5. Wenn Sie etwas tweeten oder re-tweeten, denken Sie zuvor darüber nach, welchen Nutzen Ihre Follower damit haben.

Gibt es auch Risiken?

Nichts ist ohne Risiko, auch Twitter nicht. Gerade war ja die Rede vom Kanalversprechen. Wenn Sie das noch so schön und präzise ausarbeiten, dann aber den Ansprüchen nicht gerecht werden, machen Sie sich keine Freunde. Das kann den Unmut von Followern auf sich ziehen und Ihre Idee arg ramponieren.

Ein weiteres Thema ist der Datenschutz. Das gilt natürlich für alle sozialen Medien. Im Zweifel sollten Sie einen Anwalt oder Social-Media-Profi ins Boot holen.

Und auch hier noch ein Wort zur Kommunikation: Bleiben sie ruhig, auch wenn Ihnen Kommentatoren unangenehme Dinge an den Kopf werfen. Twitter ist kein Ponyhof, und wenn Sie auf aggressive Kommentare ebenso reagieren, kann es zu Eskalationen kommen, die sogar vor einem Richtertisch enden können. Antworten Sie also gerade auf kritische Kommentare nicht zu voreilig, sondern atmen Sie ein paar Mal durch.

Und last but not least: Denkbar sind theoretisch auch Shitstorms. Für die meisten Unternehmen sind die die Höchststrafe, die folgenschwer sein kann. Wobei es auch Unternehmen gibt, die bewusst auf Shitstorms setzen, denn besser negative Aufmerksamkeit als gar keine. Wir empfehlen das aber ausdrücklich nicht, das Eis eines Shitstorms ist extrem dünn, und wenn Sie erst einmal eingebrochen und im eiskalten Wasser gelandet sind, wird es nahezu unmöglich, ohne Schäden da wieder herauszukommen. Alles in allem ist die Wahrscheinlichkeit für einen Shitstorm aber sehr gering. Sie müssen schon eine ganze Palette an Fehlern machen, um für das Aufziehen eines Shitstorms zu sorgen.

Sonst noch etwas?

Vielleicht denken Sie jetzt, dass dieser Artikel recht lang war. Das stimmt, aber Sie sollten nicht annehmen, dass Sie jetzt alles über Twitter wissen. Die sozialen Medien sind ein eigenes, (gar nicht so) kleines Universum, in dem viel Bewegung stattfindet. Am besten fahren Sie, wenn Sie sich klar machen, dass es immer etwas Neues zu lernen gibt.

Und noch etwas ist wichtig: Twittern sollte auch Spaß machen, entweder Ihnen oder Ihren Mitarbeitern. Man kann das unmöglich gut machen, wenn man es als eine lästige Pflicht betrachtet, und sonst nichts. Ein wenig Herzblut gehört dazu, und wenn Ihnen das fehlt (was überhaupt nicht verwerflich, aber wichtig für die Strategie ist), geben Sie die Twitter-Betreuung lieber in externe Hände.

Apropos Spaß – Twitter kann wirklich Spaß machen. Und je länger Sie sich damit beschäftigen, desto besser wird es. Weil Sie Entwicklungen auf Ihrem Twitter-Kanal gut und schnell erkennen können.

Dann zwitschern Sie mal los!